Fake-Bewertungen erkennen und melden: Was das Gesetz sagt und was du tun kannst
Übertrieben lobende Texte und eine plötzliche Flut von Fünf-Sterne-Bewertungen erkennst du vielleicht schon. Doch Fake-Bewertungen werden subtiler. In diesem Artikel gehen wir einen Schritt weiter: Was sagt das Gesetz, welche Warnsignale sind weniger bekannt und wo meldest du eine verdächtige Bewertung?

Was das Gesetz verbietet
Seit dem 28. Mai 2022 gelten in der EU durch die sogenannte Omnibus-Richtlinie strengere Regeln für Online-Bewertungen. Es ist verboten, Fake-Bewertungen zu veröffentlichen oder in Auftrag zu geben, um Produkte zu bewerben. Verboten ist auch, echte Bewertungen falsch darzustellen, etwa indem nur positive gezeigt und negative weggelassen werden.
Außerdem muss ein Unternehmen, das Bewertungen anzeigt, angeben, ob und wie es sicherstellt, dass sie von echten Kunden stammen. Es darf nicht behaupten, dass Bewertungen von echten Käufern kommen, wenn es dafür keine angemessenen Schritte unternommen hat.
Eine belohnte Bewertung ist nicht automatisch verboten, aber dann muss für Leser klar sein, dass es eine Gegenleistung gab. Eine gekaufte Bewertung, die als unabhängige Kundenerfahrung dargestellt wird, ist irreführend.
Dass es Regeln gibt, heißt nicht, dass sich alle daran halten. Bei einer europäischen Prüfaktion von 223 großen Websites im Jahr 2022 konnten die Behörden bei 144 Websites nicht feststellen, dass genug getan wurde, damit Bewertungen von echten Nutzern stammen.
Sieh dir zuerst die Erklärung der Website an
Suche bei den Bewertungen nach einem Link wie „So prüfen wir Bewertungen“. Dort sollte stehen, ob Bewertungen geprüft werden, wer bewerten darf und was mit negativen Bewertungen passiert. Fehlt diese Erklärung oder steht dort nur „alle Bewertungen sind echt“, weißt du eigentlich nichts.
Achte auch auf Kennzeichnungen. „Verifizierter Kauf“ bedeutet etwas anderes als „verifiziertes Konto“: Ein Konto kann echt sein, obwohl die Person das Produkt nie gekauft hat. Auf gutesiegel.site erhalten kaufgebundene und offene Bewertungen jeweils eine eigene Kennzeichnung, und jede neue Bewertung startet als „wartet auf Prüfung“.
Ein Onlineshop, der selbst Bewertungen sammelt und zeigt, hat ein Interesse daran, dass sie positiv sind. Das muss kein Problem sein, solange die Vorgehensweise transparent ist. Bei einer Bewertungsplattform kannst du prüfen, ob zahlende Unternehmen Bewertungen entfernen lassen können. Bei gutesiegel.site garantiert eine Zahlung nie, dass eine Bewertung verschwindet.
Weniger bekannte Warnsignale für Fake-Bewertungen
Kein einzelnes Signal ist für sich ein Beweis. Ein neuer Bewerter oder eine kurze Bewertung kann durchaus echt sein. Achte deshalb auf das Muster und auf mehrere Quellen und auf diese Signale, die du erst bei genauerem Hinsehen bemerkst:
- Bewertungen, die sich auf ein anderes Produkt beziehen, etwa weil Bewertungen verschiedener Produkte auf einer Seite zusammengeführt wurden
- Viele Bewertungen, die vor allem den Markennamen wiederholen, aber kaum etwas über die Nutzung sagen
- Dieselben Sätze oder derselbe Aufbau bei verschiedenen Bewertern oder bei verschiedenen Shops
- Bewerter, die in kurzer Zeit lobende Bewertungen über Unternehmen in ganz unterschiedlichen Orten und Branchen schreiben
- Eine Welle positiver Bewertungen direkt nach einer Reihe kritischer Bewertungen
- Hinweise wie „Produkt kostenlos erhalten“, ohne dass die Website das deutlich kennzeichnet
- Bewertungen, die vor allem einen Mitbewerber schlechtmachen, statt eine eigene Erfahrung zu beschreiben
KI-Texte und das Gesamtbild
Mit KI geschriebene Texte sind schwer zu erkennen, und auch echte Kunden nutzen manchmal Schreibhilfen. Verlass dich deshalb nicht auf sogenannte KI-Detektoren, sondern auf konkrete Details, die du überprüfen kannst: Lieferzeit, Produktvariante, Kontakt mit dem Kundenservice.
Prüfe, ob ein Unternehmen auf verschiedenen Plattformen ein ähnliches Bild abgibt. Ein Onlineshop mit ausschließlich fünf Sternen auf der eigenen Website und vielen Beschwerden anderswo verdient einen zweiten Blick. Lies auch die Drei-Sterne-Bewertungen: Sie sind oft am aufschlussreichsten. Und ein Wert von genau 5,0 bei Hunderten Bewertungen ist ungewöhnlich; bei echten Kundengruppen ist fast immer jemand dabei, der weniger zufrieden war.
Bist du wirklich unsicher? Stelle dem Unternehmen eine Frage oder frage Menschen, die du kennst, nach ihren Erfahrungen. Je mehr unabhängige Quellen dasselbe sagen, desto verlässlicher ist das Bild.
So meldest du eine verdächtige Bewertung
Auf fast jeder Plattform kannst du eine Bewertung melden. Nutze diese Schaltfläche und nenne einen konkreten Grund, etwa „diese Bewertung betrifft ein anderes Produkt“ oder „derselbe Text steht bei einem anderen Shop“. Eine Meldung mit Beispielen lässt sich besser prüfen als nur „das ist gefälscht“.
Nach dem Digital Services Act müssen Online-Plattformen in der EU eine einfache Möglichkeit bieten, illegale Inhalte zu melden, und der meldenden Person mitteilen, was sie mit der Meldung gemacht haben. Bewahre deshalb eine Kopie oder einen Screenshot deiner Meldung auf.
Vermutest du, dass ein Unternehmen systematisch Bewertungen kauft oder erfindet? In den Niederlanden meldest du das bei ACM ConsuWijzer; in Deutschland sind die Verbraucherzentralen eine gute Anlaufstelle. Die ACM löst keine Einzelbeschwerden, nutzt Meldungen aber, um zu entscheiden, wo sie ermittelt, und ist bereits gegen Verkäufer von Fake-Bewertungen und deren Kunden vorgegangen.
Siehst du eine verdächtige Bewertung auf gutesiegel.site, melde sie über unsere Kontaktseite, mit einem Link zur Bewertung und deinem Grund. Wir prüfen Meldungen anhand unserer Bedingungen. Eine negative Bewertung allein ist kein Grund, sie zu entfernen.
So liest du Bewertungen in fünf Minuten clever
Du musst kein Detektiv sein. Mit diesen Gewohnheiten findest du in wenigen Minuten die brauchbaren Erfahrungen:
- Sortiere nach den neuesten und lies die letzten zehn Bewertungen
- Lies neben den besten auch die kritischen und mittelmäßigen Bewertungen
- Achte darauf, wie das Unternehmen auf Beschwerden reagiert
- Achte auf Fotos und Details, die du überprüfen kannst
- Vergleiche die Bewertung mit mindestens einer anderen Plattform
- Prüfe, was Kennzeichnungen wie „verifizierter Kauf“ genau bedeuten


