Ist eine Website seriös? So prüfst du einen Onlineshop in 5 Minuten
Du bist unsicher, ob eine Website seriös ist? Mit fünf kostenlosen Prüfungen weißt du in wenigen Minuten deutlich mehr. Kein Check bietet Gewissheit, aber zusammen zeigen sie, ob du mit dem Bezahlen besser noch wartest.

Schritt 1: Sieh dir den Domainnamen genau an
Betrüger kopieren oft den Namen eines bekannten Shops und ändern einen Buchstaben oder die Endung, etwa .shop oder .store statt .de oder .nl. Prüfe deshalb die Adresse in der Adresszeile deines Browsers, nicht nur das Logo auf der Seite. Ein Schloss-Symbol oder https bedeutet nur, dass die Verbindung verschlüsselt ist. Über die Seriosität des Shops sagt es nichts aus.
Bei einer .nl-Adresse zeigt dir die Whois-Abfrage von SIDN, der Vergabestelle für .nl, ob und seit wann eine Domain registriert ist. Für .de gibt es die Abfrage bei DENIC, für viele andere Endungen den öffentlichen Suchdienst von ICANN. Eine Domain, die erst wenige Wochen alt ist, beweist für sich genommen keinen Betrug. Zusammen mit extremen Rabatten ist sie aber ein deutliches Warnsignal.
Schritt 2: Nutze die Händlerprüfung der niederländischen Polizei
Auf politie.nl kannst du prüfen, ob ein Handelspartner der niederländischen Polizei bekannt ist. Du suchst nach Angaben wie Telefonnummer, E-Mail-Adresse, Kontonummer oder Internetadresse. Die Polizei gleicht diese Angaben mit Meldungen über Online-Handelsbetrug ab. Das ist vor allem bei niederländischen Händlern und Verkäufern nützlich; in Deutschland hilft dir zusätzlich der Fakeshop-Finder der Verbraucherzentrale.
Wichtig: Kein Treffer bedeutet nicht, dass ein Verkäufer seriös ist. Neue Fakeshops wechseln schnell Namen, Kontonummer und Telefonnummer und tauchen deshalb noch nicht in den Meldungen auf. Sieh die Polizeiprüfung also als rote Ampel, niemals als grüne. Findest du einen Treffer, dann bezahle nicht.
Schritt 3: Prüfe, wer hinter dem Shop steht
Ein in den Niederlanden ansässiger Onlineshop muss unter anderem Firmennamen, Anschrift, KvK-Nummer (Handelsregisternummer) und Kontaktdaten auf der Website angeben. Suche die Nummer im niederländischen Handelsregister und vergleiche Namen und Anschrift. Bei deutschen Shops findest du diese Angaben im Impressum und kannst sie im gemeinsamen Registerportal der Länder prüfen. Eine Registernummer kann auch erfunden oder von einem anderen Unternehmen übernommen sein; nur die Prüfung im Register sagt etwas aus.
Schicke vor deiner Bestellung eine Frage per E-Mail oder ruf den Kundenservice an. Ein Unternehmen, das in angemessener Zeit inhaltlich antwortet, ist zumindest erreichbar. Bekommst du nur eine automatische Antwort oder gar nichts, weißt du auch, wie es später mit einer Beschwerde laufen wird. Prüfe außerdem, ob AGB und Rückgaberegeln wirklich zu diesem Shop gehören; kopierte Texte enthalten manchmal noch den Namen eines anderen Unternehmens.
Schritt 4: Prüfe Gütesiegel und Bewertungen an der Quelle
Ein Gütesiegel-Logo ist ein Bild, das jeder kopieren kann. Klick darauf: Ein echtes Siegel führt zu einer Zertifikats- oder Profilseite auf der eigenen Website der Siegelorganisation, mit dem Namen genau dieses Shops. Funktioniert der Link nicht oder landest du auf einer anderen Website, sagt das Logo nichts aus.
Lies Bewertungen auf einer unabhängigen Plattform, nicht nur auf der Website selbst. Achte auf das Datum, auf Details zu Lieferung und Kundenservice und auf Antworten des Shops. Auf gutesiegel.site siehst du pro Profil getrennt, ob es Bewertungen gibt, ob der Inhaber das Profil beansprucht hat und ob ein Gütesiegel-Status vorliegt. Ein Eintrag in unserem Unternehmensverzeichnis ist kein Gütesiegel.
Schritt 5: Wähle eine sichere Zahlungsart
Bezahle bei einem Shop, den du nicht kennst, möglichst mit einer Methode, bei der du dein Geld zurückfordern kannst, etwa per Kreditkarte oder auf Rechnung über einen bekannten Anbieter. Bei einer direkten Überweisung ist das Geld sofort beim Empfänger, und es zurückzuholen ist deutlich schwieriger.
Sollst du Geld auf ein privates Konto überweisen, mit Kryptowährung oder mit Geschenkkarten bezahlen? Dann hör auf. Ein seriöser Onlineshop verlangt das nicht.
Hast du per Kreditkarte bezahlt und es wird nichts geliefert, kannst du beim Kartenaussteller eine Rückbuchung beantragen. Beim Kauf auf Rechnung meldest du es dem Anbieter, wenn deine Bestellung ausbleibt; bezahle nichts, was du nicht erhalten hast.
Alle Prüfungen noch einmal im Überblick:
- Der Domainname stimmt und ist nicht nachgeahmt
- Kein Treffer bei der Polizeiprüfung, trotzdem wachsam bleiben
- Registernummer, Anschrift und Kontaktdaten stimmen mit dem Register überein
- Das Gütesiegel-Logo führt zur Website der Siegelorganisation
- Aktuelle, vielfältige Bewertungen auf einer unabhängigen Plattform
- Eine Zahlungsart, bei der du dein Geld zurückfordern kannst
Weitere Warnsignale auf der Website selbst
Neben den fünf Schritten gibt es Signale, die dir beim Durchklicken auffallen. Ein einzelnes Signal sagt wenig, mehrere zusammen sagen viel. Achte vor allem auf:
- Nur ein Kontaktformular, ohne Telefonnummer oder Anschrift
- Widersprüchliche Angaben, etwa „Versand aus Deutschland“ mit wochenlanger Lieferzeit
- Alles im Angebot, oft mit einem Countdown
- Viele Sprachfehler oder Sätze, die automatisch übersetzt wirken
- Keine klaren Rückgabeinformationen oder eine Rücksendeadresse, die erst nach der Bestellung auftaucht
- Werbung in sozialen Medien für Markenprodukte zu einem Bruchteil des üblichen Preises
Was ein Check nicht aussagt und was du tust, wenn etwas schiefgeht
All diese Prüfungen verringern das Risiko, bieten aber keine Garantie. Auch ein echter Shop kann schlecht liefern oder insolvent werden. Nutze deshalb auch deinen gesunden Menschenverstand: Ist der Preis viel niedriger als überall sonst oder sollst du dich innerhalb weniger Minuten entscheiden, dann nimm dir gerade jetzt Zeit.
Hast du bezahlt und traust der Sache nicht mehr? Wende dich sofort an deine Bank oder dein Kreditkartenunternehmen. Bewahre Bestellbestätigung, Screenshots und Zahlungsdaten auf und erstatte Anzeige bei der Polizei. In den Niederlanden berät dich außerdem der Fraudehelpdesk (088-786 73 72); in Deutschland sind die Verbraucherzentralen eine gute Anlaufstelle.
Stößt du auf einen verdächtigen Onlineshop, auch wenn du selbst nichts bestellt hast? Melde ihn bei einer Verbraucher- oder Betrugsberatungsstelle. So hilfst du, andere zu warnen, bevor sie bezahlen.


