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Betrug auf Marktplaats erkennen: 6 Maschen und was du dann tust

Marktplaats, die große niederländische Kleinanzeigenplattform, ist praktisch für Gebrauchtes, wird aber auch von Betrügern genutzt. Ihre Maschen ähneln sich oft, auch auf anderen Kleinanzeigenportalen. Wenn du die sechs bekanntesten kennst, erkennst du einen Versuch schneller, ob du kaufst oder verkaufst.

Illustratives Foto: Eine Frau blickt besorgt auf eine Warnung auf ihrem Smartphone, eine Bankkarte in der Hand

Masche 1: die Zahlungsanfrage über einen Cent

Ein „Käufer“ oder „Verkäufer“ schickt dir einen Link, um einen Cent zu überweisen oder „dein Konto zu verifizieren“. Der Link sieht aus wie eine Zahlungsanfrage, eine Bezahlseite von Marktplaats oder von deiner Bank, ist aber gefälscht. Gibst du deine Daten ein, können Kriminelle Zugriff auf dein Bankkonto oder dein Marktplaats-Konto bekommen.

Auch Verkäufer erleben diese Masche. Der „Käufer“ behauptet dann, er habe schon bezahlt, und du könntest dein Geld über einen Link „freigeben“. Geld zu empfangen kostet dich nie etwas und erfordert nie, dass du dich bei deiner Bank anmeldest.

Marktplaats rät, Verhandlung, Bezahlung und Versand innerhalb der Plattform abzuwickeln. Ein echter Käufer muss nie „prüfen“, ob du Geld empfangen kannst. Bekommst du so einen Link: nicht klicken und den Nutzer melden.

Masche 2: „Lass uns per WhatsApp weiterschreiben“

Betrüger wollen das Gespräch schnell zu WhatsApp, SMS oder E-Mail verlagern. Außerhalb der Plattform kann Marktplaats nichts prüfen und du siehst weniger Warnungen. Laut Marktplaats fragt die Plattform im Chat außerdem nie nach deiner E-Mail-Adresse oder Telefonnummer.

Bittet dich jemand, einen Code weiterzuleiten, den du per SMS oder WhatsApp bekommen hast? Tu das nie. Mit so einem Code kann jemand dein Konto übernehmen.

E-Mails von Marktplaats kommen laut der Plattform von Adressen, die auf @marktplaats.nl, @email.marktplaats.nl oder @mail.marktplaats.nl enden. Bist du dir bei einer Nachricht unsicher, melde dich selbst über die App oder Website an, statt auf einen Link zu klicken.

Masche 3: Vorkasse für etwas, das nie ankommt

Ein beliebtes Produkt zu einem auffällig niedrigen Preis, ein Verkäufer, der sich „gerade nicht treffen kann“ und nur gegen Vorkasse verschickt: Das ist das klassische Rezept. Nach der Zahlung kommt kein Paket und der Verkäufer meldet sich nicht mehr.

Vereinbare bei teuren Artikeln ein Treffen, um das Produkt anzusehen, und bezahle erst vor Ort. Muss verschickt werden, nutze die Bezahl- und Versandoptionen von Marktplaats selbst, etwa den Käuferschutz (Kopersbescherming). Dabei hält ein Zahlungspartner dein Geld zurück, bis du das Paket erhalten hast; melde ein Problem innerhalb der von Marktplaats genannten Frist. Lies vorher die aktuellen Bedingungen und Kosten.

Bist du bei einem Verkäufer unsicher, der nur verschicken will? Bitte um einen kurzen Videoanruf, in dem er das Produkt zeigt, mit einem Zettel mit deinem Namen und dem Datum daneben. Wer gestohlene Fotos verwendet, kann das nicht.

Masche 4: der falsche Kurier und die zu hohe Zahlung

Auch beim Verkaufen kannst du betrogen werden. Ein „Käufer“ behauptet, ein Kurierdienst hole den Artikel ab, und schickt einen Link, über den du „dein Geld empfangen“ oder Versandkosten zahlen sollst. Oder er zahlt mehr als vereinbart und bittet um Rücküberweisung der Differenz, während sich die ursprüngliche Zahlung als gefälscht herausstellt oder später zurückgebucht wird.

Prüfe immer in deiner eigenen Banking-App, ob das Geld wirklich eingegangen ist. Ein Screenshot oder eine E-Mail „von der Bank“ ist kein Beweis. Gib einen Artikel nie heraus, bevor die Zahlung auf deinem eigenen Konto sichtbar ist.

Besteht ein Käufer darauf, einen eigenen Kurier zu schicken und „über den Kurier“ zu bezahlen? Dann brich das Gespräch ab und melde den Nutzer.

Masche 5: eine Kopie deines Ausweises

Manche Betrüger verlangen „zur Sicherheit“ ein Foto deines Reisepasses oder Personalausweises. Damit können sie in deinem Namen Konten eröffnen oder andere betrügen. Schicke nie einfach eine Kopie. Ist es wirklich nötig, schwärze nicht benötigte Daten wie Foto und Ausweisnummer und schreibe Zweck und Datum auf die Kopie. In den Niederlanden hilft dabei die App KopieID der Regierung.

Masche 6: Zeitdruck und ein Preis, der zu gut ist

„Es gibt noch drei andere Interessenten“ oder „nur heute zu diesem Preis“: Druck aufbauen gehört zu vielen Betrugsmaschen. Nimm dir gerade dann Zeit. Sieh nach, wie lange ein Konto besteht, welche Bewertungen es hat und ob die Anzeige eigene Fotos verwendet. Suche eine auffällig günstige Anzeige per umgekehrter Bildersuche: Taucht dasselbe Foto auf anderen Seiten auf, sei vorsichtig.

Telefonnummer, E-Mail-Adresse oder Kontonummer der anderen Partei kannst du außerdem bei der Händlerprüfung der niederländischen Polizei eingeben. Ein Treffer ist ein starkes Signal, abzubrechen; kein Treffer ist keine Garantie.

Kaufst du in den Niederlanden ein Fahrrad, Smartphone oder Laptop, frage nach der Serien- oder Rahmennummer und prüfe bei Stop Heling, dem Dienst der niederländischen Polizei, ob der Artikel als gestohlen registriert ist. Wer gestohlene Ware kauft, kann sie wieder verlieren.

Betrogen? Das tust du sofort

Hast du über einen verdächtigen Link Bankdaten eingegeben oder Geld überwiesen? Ruf sofort deine Bank an, über die Nummer auf deiner Bankkarte oder in der App. Je schneller du anrufst, desto größer die Chance, dass die Bank noch etwas aufhalten kann.

Sichere danach alles: die Anzeige, Chatnachrichten, den Zahlungsbeleg und die Daten der anderen Partei. Melde den Nutzer bei Marktplaats und erstatte Anzeige bei der Polizei; in den Niederlanden geht das bei Internetbetrug oft online mit DigiD. Beratung bietet dort außerdem der Fraudehelpdesk.

Schäm dich nicht: Betrüger sind geschickt und nehmen jeden ins Visier. Mit einer Anzeige hilfst du der Polizei, Muster zu erkennen, und schützt andere Käufer und Verkäufer.

  • Ruf sofort deine Bank an
  • Sichere Anzeige, Chats und Zahlungsbeleg
  • Melde den Nutzer bei Marktplaats
  • Erstatte Anzeige bei der Polizei
  • Hol dir Rat bei einer Beratungsstelle